[GER] Die “Wahrheit” über Instagram’s neue Nutzungsbedingungen

Vorgestern kündigte Instagram neue Nutzungsbedingungen an, die alle Nutzer implizit beim nächsten Klick anerkennen werden.

Gestern begannen alle, sich darüber aufzuregen, nachdem elendig dumme Nachrichtenagenturen eine Interpretation in die Welt setzten, die deutsche Medien wie immer  zur sensationsbedingten Stärkung der Auflage unfiltriert nachplapperten oder dem weniger geschult blickenden Nutzer wenigstens so vorkauen: Instagram will Eure Bilder verkaufen!  Was für ein Bullshit. Instagram passte seine Nutzungsbedingungen so an, dass sie zur Konzernmutter Facebook passen. Alle Rechte werden der Plattform eingeräumt. Damit sichert sich so eine Plattform in erster Linie vor den ganzen bescheuerten Abmahnanwälten ab, die aus dem Kraut schießen, wenn irgendetwas in Bezug auf Verwertung unklar ist. Wer zum Teufel verkauft denn quadratische Kaffeetassen-Fotos? Andererseits: was wäre so schlimm daran, wenn man sie “verkaufen” könnte (und den Nutzer daran beteiligte)? Das ist 500px Geschäftsmodell!

Gut, dass heise sich erbarmte, heute morgen die bessere Interpretation von Instagram ins Deutsche zu übersetzen: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Instagram-Wir-wollen-ihre-Fotos-nicht-verkaufen-1771758.html. Die Kollegen von SPON, die den Stuss inklusive hochqualifizierter Pressestimmen aus dem sensationslüsternen und investorenverseuchten amerikanischen Technews-Stream herausfiltern, schreiben dazu auch noch frech: Instagram knickt nach Foto-Protest ein. So ein Quatsch! Da knickt nichts ein, da wird nur für doofe Journalisten gesagt, was man wirklich tut.

Und, um es nochmal klar zu sagen: Bilder, die wir ins Netz stellen, sind immer public. Nur manchmal sind die Zugangshürden höher. Und das ist auch gut so! Denn privat waren wir die letzten 2000 Jahre.  Und: ich würde mir wünschen, dass man sich darüber freut, wenn Apps  Wege finden, Geld abseits von blinkenden Werbebannern (die heute sowieso kein Schwein mehr wahrnimmt geschweigedenn so dumm ist, sie anzuklicken) zu verdienen. Das würde Tech-Startups endgültig legitimieren und hochqualifizierte Jobs schaffen. Aber in diesem Land hier muss ja immer erst gemeckert und auf Gefahren hingewiesen werden, anstatt Potenziale und Mehrwerte zu erkennen.

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